Ich weiß, der Titel könnte auf manche abschreckend wirken. Ich will hier aber keine Angst verbreiten.

Das letzte, was ich will, ist jemandem die Lust auf die wunderschöne Insel Bali zu nehmen.

Bali ist einer der wunderschönsten Flecke dieser Erde, die ich bislang bestaunen durfte. Doch wie viele andere Reiseziele, ist auch Bali ein Sammelbecken von Betrügereien aller Art.

Der Trip auf Bali soll ein besonderer werden. Sonne, Surfen, wunderschöne Natur. Über’s Ohr gehauen zu werden plant niemand, trotzdem passiert es Tag für Tag aufs Neue.

Kennst du aber die Maschen der Betrüger, weißt du worauf Acht zu geben ist.

Dieser Artikel zeigt dir die 6 häufigsten Touristenfallen auf Bali und wie man sich dagegen schützen kann.

5  Grundregeln

1) Mache dich vor deinem Sightseeing Trip über die bekannten Maschen der Betrüger schlau.

2) Vereinbare den Preis immer im Voraus, sei es für das Taxi, Essen oder für den Guide.

3) Lasse dein Hab und Gut niemals aus den Augen und passe gut darauf auf. Auch auf Bali lauern zahlreiche Taschendiebe.

4) Gib niemals persönlichen Informationen wie deinen Namen oder dein Hotel preis.

5) Sag Nein. Es ist dein Geld und niemand kann dich zwingen es auszuhändigen. Lass dich nicht einschüchtern. Du bist nicht verpflichtet, nett zu Betrügern zu sein.

Gerade der letzte Punkt fällt vielen Reisenden schwer. Obwohl einem die Situation suspekt erscheint, schaffen es viele nicht, sich zu einem klaren NEIN durchzuringen.

Man fürchtet, man würde damit sein Gegenüber verletzen oder jemand könnte sein „Gesicht verlieren“. Doch die einzige Person, die dabei verliert, bist du selbst. Schaffst du es nicht dieses Wort in aller Deutlichkeit über die Lippen zu bringen, kannst du versuchen, dich

1. Transport

Taxi

Taxis scheinen auf den ersten Blick günstig, können aber eine kostspielige Angelegenheit sein. Kein Wechselgeld, Extra-Gebühren für längere Strecken, Umwege, überteuerte Preise am Flughafen Denpasar oder fehlende Taxameter lassen den Fahrpreis in die Höhe schnellen.

So schützt Du dich

1) Du solltest imstande sein, auch Kleinstbeträge möglichst passend zu zahlen.

2) Verhandle niemals über den Preis, hierbei bleibst du in jedem Fall der Verlierer. Tust du es doch, vereinbare den Preis vor der Fahrt, nicht erst am Ziel.

3) Frage stattdessen immer nach dem Taxameter und versichere dich, dass er zu Beginn der Fahrt auch eingeschaltet ist. Erzählt dir der Fahrer sein Taxameter funktioniere nicht, steige aus und laufe weiter.

4) Der Flughafen Taxiservice gilt als überteuert und auf die ausgeschriebenen Tarife ist kein Verlass (siehe Video). Die Fahrt nach Kuta kostet mindestens 100.000 IDR (Indonesische Rupiah, 100.000 entsprechen ca. 6€).

Falls du eher knapp bei Kasse bist, kannst du den Flughafen in nördliche Richtung zu Fuß verlassen, bis du dich auf normaler Straße befindest. Hier kannst du ein normales Bluebird Taxi heranwinken, das dich für etwa 3€ nach Kuta bringt.

Am billigsten bist du mit Uber oder mit der asiatischen Variante Grab unterwegs. Für die Nutzung musst du die Apps installieren, dich erfolgreich registrieren und über Internetzugang verfügen.

Die dafür benötigte SIM-Karte kaufst Du am Anfang der Empfangshalle neben dem Money Changer. Alle Einstellungen werden vom Mitarbeiter eingerichtet und dein Smartphone ist sofort startklar zum Surfen.

Bali Taxi Mafia Exposed!

5) Verfolge die Fahrt auf Google Maps.

  • Tipp: Falls du keine indonesische Simkarte hast, kannst du auf Google Maps Karten im Offline-Modus nutzen. Hierzu müssen die Karten vorher runtergeladen werden.

Boot

Folgendes ist mir passiert:

Anstatt des Direkttransports für 200.000 Rupiah (11.30€) von Padang Bai nach Gili Trawangan, führte die Fähre erstmal nach Lembar, im Süden Lomboks. Dort angekommen hieß es von den Verantwortlichen. „Wir schlafen in Senggigi und am nächsten Tag geht es auf die Gilis. Die Unterkunft müsst ihr selbst bezahlen“.

Der Ärger unter den Touristen war natürlich riesengroß. Unterkünfte waren schon gebucht, die Ankunft plötzlich ungewiss.

Die Veranstalter machten dann ein Angebot. Für 200.000 Rupiah käme man noch am selben Abend nach Bangsal, das im Norden Lomboks und kurz vor den Gili-Inseln liegt, und von dort würden uns Boote auf die Gili-Inseln bringen. Aus Kulanz erlässt man uns 50.000 Rupiah , womit letztlich ein Preis von 150.000 Rupiah stand. Natürlich stimmten alle zu.

Und wie hätte es auch anders sein sollen, die Shuttles standen schon alle am Hafen bereit.

Als weitere Betrugsmasche ist die „the boat is full“ Methode bekannt. Das Ticket ist bezahlt, auf dem Boot sind allerdings nicht mehr ausreichend Plätze vorhanden. Zufällig kommt dann jemand vorbei, der dir ein echtes Ticket zum überteuerten Preis verkaufen will.

So schützt Du dich

1)  Kaufe für den Abstecher auf die Gili-Inseln dein Ticket in deiner Unterkunft oder beim Bootsunternehmen direkt.

2) Und solltest du den Kauf doch bei einem Zwischenhändler tätigen – es gibt auch solche, die tatsächlich Direkttransfers anbieten – dann lasse dich hierbei beim Preis nicht über’s Ohr hauen. Gerne werden Zahlen von 1.000.000 Rupiah und mehr genannt! Für ein Speedboat One Way Ticket solltest du nicht mehr als 500.000 Rupiah ausgeben.

2. Korrupte Polizei

Als Tourist auf dem Roller ist man ein gefundenes Fressen für korrupte Polizisten. Eine Kleinigkeit wie das Roller ohne Helm fahren soll dazu dienen dich mit einer Geldstrafe zu belangen. Gegen ein Taschengeld von 50.000-100.000 Rupiah an den Polizisten, ist die Sache beigelegt.

Wie so ziemlich alles auf Bali, ist auch die Höhe des Bußgeldes verhandelbar, siehe im Video weiter unten. Der Polizist gibt darin seine Tageseinnahmen preis.

So schützt Du dich

1) Halte dich an die Verkehrsregeln. Begib dich nicht in waghalsige Manöver, die dich und andere in Gefahr bringen könnten. Und auch wenn du dich wunderst, wie eine 5-köpfige Familie auf einem Roller Platz findet, solltest du das keineswegs nachahmen. Pro Zweirad sind 2 Personen erlaubt.

2) Trage deinen normalen und deinen internationalen Führerschein stets bei dir.

3) Trage immer einen Helm.

4) Halte beim Roller fahren ein oder zwei 50.000 Rupiah Geldscheine bereit. Halte ihnen keinen Geldbeutel voller Geldnoten unter die Nase, das könnte die Polizisten sonst veranlassen, mehr Geld zu verlangen.

  • Tipp: Für den Fall hielt ich immer 100.000 Rupiah

Und eins noch, bleib freundlich und zeig dich kooperativ. Vielleicht springt eine Runde Bier dabei raus:

Corruption police in Bali, Indonesia

3. Drogen und Drogendealer

In Kuta wurde ich im Minutentakt von Dealern angesprochen. „Mushroom, Mushroom, Marihuana, what do you need, brother?“. Mir kam es so vor, als ob sie nur auf männliche Touristen zugehen, denn meine Freundin wurde von solch zwielichtigen Angeboten verschont.

Beim Kauf von Drogen auf Bali gibt’s zwei Optionen. Im Glücksfall berauschst du dich kurz nach Einkauf, eventuell ist das Zeug aber so sehr gestreckt, dass du nicht wirklich etwas spürst. Aber du kannst dich immer noch glücklich schätzen.

Es kann dich auch schlimmer treffen. 

Kurz nach Einkauf wirst du von einem korrupten Polizisten festgehalten, der dich von oben bis unten filzt und, oh Wunder, Drogen entdeckt. Klar, dein Dealer hat dich verpfiffen und macht gemeinsame Sache mit dem Hüter von Recht und Ordnung. Gegen ein Bestechungsgeld lässt er dich gehen. Dein Geldbeutel ist leichter und die beiden anderen ein klein wenig reicher.

Es kann aber auch ein ganz böses Ende nehmen.

Indonesien verfolgt eine sehr strenge Anti-Drogen Politik, die Verstöße mit hohen Geld- und Gefängnisstrafen ahndet. Detaillierte Informationen zum Strafkatalog findet man in der PDF-Datei auf dieser Website.

Indonesien ist ein überwiegend muslimisches Land, welches Drogen den Kampf angesagt hat.  Mit Übeltätern geht man hart ins Gericht und allein der Besitz von Drogen kann mit mehreren Jahren Gefängnisaufenthalt bestraft werden.

So schützt Du dich

Ganz einfach, konsumiere keine Drogen auf Bali. Natürlich ist es verlockend. Die Stimmung ist großartig und „einen durchziehen geht immer“ höre ich viele Backpacker immer wieder sagen. Doch das Risiko ist es niemals wert, siehe selbst:

Australian teen arrested in Bali – Drug Charges – Facing 12 Years Jail – #Bali #Drugs #Schoolie

4. Geld wechseln

Die zahlreichen „authorized money changer“ locken mit „no commission“ und Wechselkursen, die zu gut um wahr zu sein scheinen. Genau das sind sie: Zu gut um wahr zu sein.

Während das Geld vor deinen Augen gezählt wird, merkst du nicht, wie dein Gegenüber mit geschickter Fingerfertigkeit Geldscheine verschwinden lässt. Bei so vielen Geldscheinen haben viele Touristen keine Lust nochmal nachzuzählen. Fällt der Schwindel aber auf, war es ein Versehen, es gebe doch eine Umtauschgebühr oder die nötige Wechselsumme ist nicht ausreichend vorhanden.

Außerdem sollen einige der Betrüger manipulierte Taschenrechner verwenden, die eine falsche Auszahlungssumme ausgeben.

Mach dir selbst ein Bild:

CHEAT MONEYCHANGER IN BALI INDONESIA

So schützt du dich

Zähle immer an Ort und Stelle nach und wechsle dein Geld nur bei tatsächlich autorisierten Geldwechselstuben wie BMC. Den aktuellen Kurs und die auszuzahlende Summe solltest du bereits vorher kennen.

Unter diesem Link findest du den aktuellen Wechselkurs.

5. Guides an Tempelanlagen

An bekannteren Tempeln erwecken Guides, oftmals in traditioneller Kleidung, den Eindruck, Informationen für umsonst anzubieten.

„Ein gläubiger Hindu wird uns sicher nicht abziehen“, dachten sich Alex und Phillip, zwei meiner besten Freunde. Ein älterer Herr im balinesischen Gewand machte ihnen das Angebot, sie rumzuführen und den geschichtlichen Hintergrund zu erklären. Er bot einen vertrauenswürdigen Anblick. Dass er später Geld verlangen würde, damit hätten sie aufgrund seiner Erscheinung nicht gerechnet.

Nach Ender der Tour dann der Schock. Umgerechnet 20€ pro Person wollte er haben. Sie gaben ihm nur einen kleinen Bruchteil davon, die Enttäuschung saß trotzdem tief.

So schützt Du dich

Ignoriere sie oder falls Du ihre Dienste doch benötigst, solltest du den Preis vorher aushandeln.

Hier Beispiel aus dem Goa Gajah Tempel (ab 3:10):

Bali Temple SCAM! – Goa Gajah Temple, Elephant Cave

6. Wasserfälle

Sekumpul Wasserfall

Von Süden kommend musst du, etwa 3 Kilometer vor dem eigentlichen Parkplatz des Wasserfalls, durch ein Dorf fahren. Am Anfang der Ortschaft wird man vor einem Tor zur Seite gewunken. Leider habe ich keine Bilder davon gemacht, aber ihr merkt aufgrund der vielen Plakate, die den Sekumpul Wasserfall abbilden, könne man meinen, man hätte den Eingang erreicht.

Die Einheimischen erklären, man MÜSSE einen Guide buchen, um zum Wasserfall zu gelangen, da er schwierig zu finden sei. Ein deutsches Pärchen hat fast 200.000 Rupiah gezahlt, wie ich später erfuhr.

So schützt Du dich

Glücklicherweise warnte man mich vor dieser Auf unserem Rückweg fehlte der wegweisende Hinweis..

1) Zu zweit und zu dritt wird man dich zu überzeugen versuchen. Ignoriere sie und fahr links vorbei durch das Tor, bis du an diesem Punkt angelangt bist. Hier liegt der eigentliche Parkplatz. Man wird nochmals von ein paar Guides konfrontiert. Wer zusätzliche Informationen zum Sekumpul und der Umgebung benötigt, kann sich den Begleiter ja dazu holen.

Der Abstieg zu den Wasserfällen ist jedoch, anders als kommuniziert, problemlos ohne möglich. Der Weg ist meist eindeutig erkennbar und Schilder weisen den Weg.

Pass an dieser Abzweigung auf und biege links ab. 

Auf unserem Rückweg war der Wegweiser nicht mehr zu sehen:
Abzocke auf Bali

Der Eintritt kostet 15.000 Rupiah pro Nase und für das Parken kommen weitere 2.000 Rupiah dazu, mehr brauchst du wirklich nicht zu zahlen.

Gitgit Wasserfall

Am Parkplatz vom Git Git Wasserfall wird man wieder versuchen, dir einen Guide aufzuschwatzen. Zudem bittet man nach einer „Spende“ für das Parken, obwohl man seinen Roller kostenlos abstellen darf.

Am letzten von drei Abschnitten des Gitgits könnte ein Einheimischer warten und Geld von dir verlangen, um den letzten Abschnitt besichtigen zu können.

Von mir verlangte er kein „Eintrittsgeld“, vielleicht, weil er meine Freundin für eine Einheimische hielt.

Von einer 4-köpfigen deutschen Familie erfuhr ich, dass er umgerechnet 10€ pro Kopf (!) verlangt hat.

So schützt Du dich

Sollte hier jemand auf dich warten, dann setze ein freundliches Lächeln auf und halte gar nicht erst an, wenn du angesprochen wirst.

Wie eingangs bereits erwähnt, möchte ich nicht abschrecken, sondern auf ein paar Betrugsmaschen und Touristenfallen auf Bali aufmerksam machen.

Halte also die Augen offen und lass deinen gesunden Menschenverstand nicht zu Hause.

Stay safe! 😉

Meine Fragen:

  • Hat man dich auf Bali über’s Ohr gehauen? Falls ja, wie?
  • Informierst du dich vorher über mögliche Touristenfallen oder lässt du alles spontan auf dich zukommen?

Erzähl mir in den Kommentaren von deinen Erfahrungen und falls dir der Beitrag gefallen hat, darfst du ihn auch gerne mit deinen Freunden teilen! 🙂

Bali-Touristenfallen-Pin

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